Heute ist der Tag nach Halloween, der „DĂa de los Muertos“. Wir haben uns vorgenommen, am Abend mehrere Friedhöfe zu besuchen, denn hier gibt es die Tradition, gemeinsam am „Tag der Toten“ Musik zu machen, Lichter anzuzĂŒnden und zu essen, an dem Ort, an dem man den Verstorbenen am nĂ€chsten ist.

Vor den Toren des Friedhofes standen viele Menschen und verkauften Kerzen, Blumen und SĂŒĂigkeiten. Sobald wir durch das Tor gegangen waren, wurde es ruhiger und man spĂŒrte direkt eine sehr tiefe AtmosphĂ€re. Zwischen den hohen WĂ€nden, die hier als GrabstĂ€tten dienen, und den vielen Lichtern, saĂen Familien zusammen auf mitgebrachten StĂŒhlen und aĂen, zĂŒndeten Kerzen an oder beteten. Vereinzelt standen vor allem Kinder an den Seiten mit langen Leitern, um an die höher gelegenen Grabplatten heranzukommen. Ich kann kaum beschreiben, wie man sich fĂŒhlt, durch diese Mauern durchzulaufen, und bin sehr froh, die Erfahrung gemacht zu haben.
Auf unserem Weg ĂŒber den ersten Friedhof hat sich ein Junge uns angeschlossen und lief neben uns her, fragte uns ein paar Fragen und erzĂ€hlte uns etwas ĂŒber die Traditionen an diesem Tag.
Der zweite Friedhof war gröĂer und voller. Hier verkauften sie auch zwischen den Mauern Essen und Kerzen, ein Mann spielte Gitarre und sang, die anderen klatschten dazu. Einige Kinder sah ich, wie sie den Wachs vom Boden aufsammelten und zu einem Ball formten, um die Reste spĂ€ter wieder zu verkaufen.
Beim Ă€ltesten Friedhof angekommen, war die Stimmung wieder anders, viel ruhiger, kaum elektrisches Licht, mehr Kerzen, weniger Menschen, Ă€ltere GrĂ€ber und fĂŒr mich eine etwas privatere, ruhigere, traurigere AtmosphĂ€re, die etwas ganz Schönes hatte.

