Donnerstag, 2. Juli 2026

Die Kids und der Gedanke an Abschied

Anfang Juli.

Ein riesiger Teil meines Jahres hier sind natürlich die Kids, mit denen wir arbeiten. Der kleine, bunte Raum in La Tortuga, ist das Zuhause von vielen kleinen Kunstwerken und wunderschönen Erinnerungen und Situationen, aus denen man lernt. Mittlerweile kenne ich die Kinder sehr gut und sie mich. Ich weiß, wer gerne bastelt oder puzzelt, wer sich immer freut, wenn wir das kleine Kuscheltier holen, und dass fast alle Malen lieben, mit wem es auch schonmal chaotischer wird und wer manchmal einfach eine Umarmung braucht. Die Kleinen sind alle so verschieden, und trotzdem sind wir zu einer richtig tollen Gruppe zusammengewachsen, in der wir tagtäglich etwas Neues dazulernen. Nächste Woche haben wir vor, ein paar Obstkerne einzupflanzen. Dafür haben wir schon halbe Plastikflaschen bemalt, um sie als kleine Blumentöpfe zu verwenden. 

Ich bin dankbar für die kleinen schönen Momente, sei es Mateo, der sich endlich traut, alleine zu malen, ohne davor zu sagen, er kann es nicht, und Musik liebt, oder Freyssy, die ganz alleine kleine Papierbücher bastelt und mir ab und zu eines schenkt, Ashley (Archy), die immer glücklich ist, uns zu sehen und jetzt Herzen malen kann und immer helfen möchte, wenn mal Obst geschnitten wird. Kilian, der sich manchmal total aufregen kann, wenn etwas ungerecht ist, und supergut schreibt und liest. Hans, der immer Wirbel hereinbringt und uns echt manchmal auf die Palme bringt, aber beim Basteln oft total aufgeht und ganz konzentriert arbeitet. Und noch ein paar mehr, die mir alle fehlen werden. Nicht zu vergessen, dass alle kleine Fußballstars sind. 

Ich könnte wahrscheinlich ewig über die Kinder schreiben. Die Familien leben in relativ einfachen Häusern, viele der Papas sind Fischer oder Bootsbauer, die Mamas kümmern sich um den Rest, die Schweine, den Haushalt, die Kinder. Aber auch die Kinder sind teilweise voll eingespannt. Oft betreuen schon ältere Geschwister die Babys, auch wenn sie selbst noch keine Jugendlichen sind. Das Essen besteht hauptsächlich aus Fisch, auch schon zum Frühstück. Wenn die Kleinen nicht gerade helfen, spielen sie oft vor dem Haus, da, wo sich auch die unzähligen Straßenhunde tummeln. Der Müll ist nicht zu übersehen und auch herkömmliche Toiletten gibt es eher weniger, dafür führt eine direkte Straße zum Strand hinunter, an dem ein paar kleinere Boote liegen. 

Mit der Schule ist das auch noch so eine Sache: Manche gehen wirklich regelmäßig, andere nur sporadisch, so ganz ernst nehmen es nicht alle Familien, und es ist auch nicht das Leichteste, wenn eine Lehrerin mit einer viel zu großen Klasse überfordert ist oder die Kinder, wenn sie verschlafen und sie keiner weckt, was hier keine Ausnahme ist, nicht mehr am Unterricht teilnehmen dürfen. Gleichzeitig waren alle schonmal dabei, wenn der Papa mit seinem Floß aufs Meer hinaus ist, und können wahrscheinlich mehr Meeresbewohner benennen, als ich jemals kennen werde. Auch beliebte Spielzeuge, die nicht nur hier, sondern auch bei den Kindern in der Stadt der Renner sind: Kreisel, ob aus Plastik oder Holz, mit einer Metallspitze und einem Band, welches aufgewickelt und an einen Flaschendeckel gebunden wird.

Da spielen natürlich ganz viele Emotionen mit, wenn ich daran denke, allen Ciao zu sagen. Mein letzter Monat liegt vor mir und meine Eltern und meine jüngeren Geschwister kommen mich besuchen. Ich freue mich total auf die gemeinsame Zeit und bin froh über die Ablenkung, denn in 5 Tagen muss ich mich von Clara, meiner Mitfreiwilligen, verabschieden. 

Ich bin gespannt auf alles, was noch kommt, und wünsche liebe Grüße nach Hause. Der nächste Blogeintrag könnte schon wieder aus Deutschland kommen, wer weiß.

Eure Luise

Donnerstag, 4. Juni 2026

Wo ist der Mai hin?

Hola,

mein Lieblingsmonat ist wie verschluckt. Wenn ich mir nun die ganzen Bilder anschaue, fühle ich mich glücklich und schaue auf Kunstwerke, die in der Ludoteca entstanden sind, das gleiche Meer mit verschiedenen Stränden, Menschen, die ich liebgewonnen habe, bastelnde Kinder, mein Geburtstagsgrinsen, eine Nacht am Lagerfeuer, Workshops mit den Jugendlichen, Pizzabacken, das leckerste Essen bei Gaby, Bücher lesen im Grünen, Fußball in der Sonne und ein neues Wandgemälde in der WG! 

Mir bleiben noch genau 8 Wochen in diesem Land, aus dem ich weggehen werde mit vollgestopftem Koffer und Kopf.









Sonntag, 12. April 2026

Ein Weltwunder und Lamas

So, da waren sie nun, 2 Wochen, raus aus der Hitze, rein in den Nachtbus und rauf auf die Berge. 

Peru ist riesig und ein Teil von diesem Land ist eben auch die Stadt, die die meisten Touristen besuchen: Cusco. 

Es ist schon ein anderes Gefühl, ständig auf Europäer zu treffen, in schicken Hostels zu schlafen und an jeder Ecke die buntesten Souvenirs kaufen zu können. Cusco ist aufgeweckt und farbenfroh.

Es wären ja nicht die Anden ohne die Höhenkrankheit (Tipp: Cocatee)

1. Machu Picchu: 2.430 m ü. M. (noch harmlos und unter der Baumgrenze)

2. Vinicunca/Regenbogen-Berg: 5200 m ü. M. (Auf der Rückfahrt meldeten sich die Kopfschmerzen)

3. 7 Lagunas: max. 4.800 m ü. M. (War schon schwieriger)

Aber letztendlich waren es so beeindruckende Orte, und eigentlich ist nichts ausdrucksstärker als die circa 3 Millionen Fotos, die ich noch aussortieren muss:







Montag, 9. März 2026

Lange nichts gehört!

Jetzt sind schon wieder 2 Monate vergangen seit dem letzten Blogbeitrag und es bleiben mir noch 148 Tage in Peru. Das bedeutet ganz einfach, dass ich mehr als die Hälfte schon hinter mir habe und sich alles sehr vergänglich anfühlt. 

Im Januar war da das Ferienprogramm. Wir haben sehr viel Fußball mit den Kids gespielt ⚽, während die Sonne immer stärker wurde. 

Im Februar waren ein paar Wochen administrative Arbeit. Das erste Mal waren wir Freiwillige allein (ohne Verena) in La Tortuga, haben uns ausgesperrt, mussten durch das Fenster klettern und haben mit den Kindern Planeten bemalt. 

Dann sind wir am Ende des Monats zum Karneval nach Cajamarca gefahren und dann direkt weiter zum Zwischenseminar nach Chaclacayo bzw. Lima. Eine Woche unter deutschen Freiwilligen, mit vielen verschiedenen Themen, darunter das letzte halbe Jahr, aber auch die Zukunft. 

Eigentlich war der Plan, von Lima aus nach Cusco weiterzufahren, allerdings hieß es dann von Seiten unserer Organisation, dass es einen Notfallplan gibt, und so kam es, dass wir aufgrund von hoffentlich nicht eintretenden extremen Regenfällen erstmal zurück nach Piura kehrten. 

Hier nun wieder in der Hitze arbeiten wir weiter, erstmal administrativ und praktisch in La Tortuga für ein paar Tage, erhalten unsere neuen Arbeitspläne und warten auf den Regen. Das letzte halbe Jahr werde ich die Hälfte der Woche in der Aula de la Mar in La Tortuga arbeiten und ansonsten einen weiteren Tag im Programm „Desarrollo mi Autonomía“ für Jugendliche mit Einschränkungen und in der Ludoteca in Los Falkes (Zona Urbana). 

Vielleicht bleibt dazwischen immer mal wieder Zeit, zu surfen, selbst Fußball oder Volleyball zu spielen, zu malen oder noch ein neues Hobby anzufangen. 

Ich freue mich auf alles was noch kommt. 

Danke für euer Interesse und bis bald!


Dienstag, 13. Januar 2026

Silvester im Pazifik und die Anden

Innerhalb von ein paar Wochen durfte ich jetzt das Meer, den Regenwald und die Berge erleben. Nach dem Weihnachtsfest bei Gaby fuhren wir mit einer kleinen Gruppe nach Mancora an den Strand. 

Zum 31. Dezember, kurz vor Mitternacht, liefen wir am Strand entlang, zwischen den Menschen, den Raketen und der Musik. Dann ging alles schnell: Countdown, wir sprangen ins Meer und wünschten uns ein „Feliz año“, der Champagner wurde getrunken, während wir das Lichtermeer über uns betrachteten. 

Die erste Nacht im neuen Jahr verbrachten wir ums Lagerfeuer am Strand in Los Organos. Mit dem Sternenhimmel über uns schliefen wir ein. 

Um die freien Tage zu nutzen, bevor es mit dem Ferienprogramm losgeht, war die Idee, in die Berge zu fahren. Die Bergluft, die Kälte, die Schafe und die Handwerkskunst. Von Cajamarca, über Cajabamba und Huamachuco, wieder zurück nach Trujillo an die Küste. Ein paar Eindrücke: